Coronakrise trifft Projekt Fellwechsel hart

Das Start-up-Unternehmen hat Kurzarbeit angemeldet, die Produktion ruht. Aufträge zur Balgbearbeitung werden ab September ausgeliefert. Unterstützung aus der Jägerschaft ist weiterhin nötig.

Liebe Jägerinnen und Jäger,

Ende März haben wir unseren Online-Shop (https://fellwechsel.shop/) freigeschaltet – mit über 4.000 hochwertigen, von Hand sortierten Fellen aus heimischer Jagd, die wir Ihrem Einsatz verdanken. Erste Verkaufsgespräche waren vielversprechend und wir waren – bei aller Arbeit, die insgesamt noch vor uns liegt – voller Vorfreude, Zuversicht und Tatendrang

Doch dann kam das Corona-Virus, mit all seinen dramatischen Auswirkungen: Lockdown, Kurzarbeit und dem Zusammenbruch ganzer Branchen und Unternehmen. Das hat auch uns getroffen: Unser Partnerbetrieb in Polen, der handwerklich erstklassig und schnell gearbeitet hat und es uns aufgrund seiner guten Preise ermöglich hätte, am Markt mithalten zu können, musste Insolvenz anmelden. Zahlreiche Modeunternehmen und Designer, zu denen wir in den vergangenen Jahren Kontakt aufgenommen haben, kämpfen aufgrund der Krise um ihre Existenz.

Bereits auf einer der größten Messen der Pelzbranche, der MilanoOne, zeichnete sich Ende Februar 2020 ein düsteres Bild. Messebesucher blieben aus, insbesondere chinesische Kunden fehlten gänzlich. Die großen Auktionshäuser wie SagaFur oder KopenhagenFur mussten auf Online-Auktionen umstellen, freilich ohne Erfolg: Die Verkaufsraten lagen teilweise bei null Prozent. Unsere bereits anvisierten Verkäufe an russische Kunden im 6-stelligen Euro-Bereich wurden aufgrund des Kursverfalls des Rubels kurzfristig storniert. Die Corona-Krise hat somit unser kleines 2-köpfiges Start-up-Unternehmen ebenso getroffen wie den gesamten Pelzmarkt.

Die Lage ist ernst, aber wir arbeiten an einer Lösung. Um Kosten einzusparen, haben wir schweren Herzens zunächst die Produktion komplett gestoppt. Wir sind auf Kurzarbeit gegangen und haben die Coronahilfen selbstverständlich voll ausgeschöpft. Zudem befinden wir uns derzeit in Gesprächen mit einem Kooperationspartner, um die großartige Idee, die hinter der Fellwechsel GmbH steht, weiter zu führen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir derzeit nicht ins Detail gehen können. Wir werden Sie aber informieren, sobald es etwas Konkretes zu berichten gibt. Nach all der Unterstützung, die wir von Ihnen bei diesem Projekt erfahren haben, ist es uns wichtig, für größtmögliche Transparenz zu sorgen.

Auch wenn der Streifbetrieb bis auf Weiteres eingestellt und tiefgefrorene Ware zwischengelagert ist, haben wir die Aufträge zur Balgbearbeitung abgearbeitet und diese sind in der Gerbung. Ab September bis Ende des Jahres 2020 sollen alle Bälge aus der Gerbung zurück sein.

Alle Sammelstellen, die Truhen bei uns zur Leerung gemeldet haben, sollten geleert sein. Wir werden auch diese Ware in den vorhandenen Kühlcontainern zwischenlagern. Wenn Sie noch volle Truhen haben oder von solchen wissen, melden Sie diese bitte (per E-Mail: info@fellwechsel.org; telefonisch: 0160/90629794 oder 0176/77058347).

Wie tiefgreifend die Verluste bei Designern, Händlern oder Kürschnern sind, ist derzeit nicht absehbar. Ebenso wenig, wie schnell Produktion und Nachfrage auf dem Weltmarkt wieder anlaufen. Wir kämpfen jetzt darum, das Projekt Fellwechsel am Leben zu halten, damit wir die Chance nutzen können, unsere hochwertigen Felle aus heimischer Jagd international anzubieten. Dafür benötigen wir auch Ihre Unterstützung. Viele von Ihnen warten noch auf ihre Gutschriften. Sie würden dem Projekt Fellwechsel in dieser schwierigen Zeit ungemein helfen, wenn Sie auf die Auszahlung verzichteten. Senden Sie uns einfach eine E-Mail an info@fellwechsel.org, wenn Sie auf Ihre Auszahlung verzichten möchten. Wir wissen, dass wir Ihnen mit dieser Bitte viel abverlangen und dass wir einige Versprechen nicht einhalten konnten. Wenn wir die Idee einer nachhaltigen Nutzung heimischer Felle weiter vorantreiben wollen, dann geht das nur gemeinsam. Schauen Sie doch vorbei in unserem neuen Online-Shop – über 60 Produkte bieten wir zwischenzeitlich an. Jeder Kauf hilft uns.

Wenn wir die Corona-Krise überstehen und der Fellmarkt sich erholt, haben wir wieder eine Chance. Wie sich unser Produktionsstopp auf die Sammelsaison 2020/21 auswirken wird, können wir derzeit noch nicht absehen, informieren aber rechtzeitig. Wir werden alles daran setzen, diese wirtschaftlich äußerst schwierige und emotional aufreibende Zeit als Unternehmen zu überstehen. Helfen Sie mit, dass die bereits geleistete Arbeit von uns allen nicht durch eine weltweite Krise zunichte gemacht wird. Eben: Ehrlich, Nachhaltig, Wild.

Ihr Fellwechsel Team

Andreas und Jupp

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OFFIZIELLE PRESSEMELDUNG

(Berlin, 24. Juli 2020) Die Fellwechsel GmbH hat aufgrund der Coronakrise, die zu einem Zusammenbruch des Pelzmarktes geführt hat, den Streifbetrieb bis auf Weiteres eingestellt und tiefgefrorene Ware zwischengelagert. Wie sich der Produktionsstopp auf die Sammelsaison 2020/21 auswirkt, ist noch nicht absehbar. “Um Kosten einzusparen, haben wir schweren Herzens zunächst die Produktion ausgesetzt. Wir sind auf Kurzarbeit gegangen und haben die Coronahilfen selbstverständlich voll ausgeschöpft”, sagte Fellwechsel-Geschäftsführer Andreas Leppman und ergänzte: “Die Lage ist ernst, aber wir arbeiten an einer Lösung.” Es gebe derzeit Gespräche mit einem Kooperationspartner, Details könnten noch nicht genannt werden.

Noch ausstehende Aufträge zur Balgbearbeitung hat das 2-köpfige Team des Start-up-Unternehmens trotz Kurzarbeit zwischenzeitlich alle bearbeitet. Die Felle kommen ab September  aus der Gerbung zurück und werden bis Ende des Jahres 2020 an die Kunden versandt. Leppmann hofft auf weitere Unterstützung von Jägern: Er bittet, möglichst auf Gutschriften für gelieferte Felle zu verzichten. Eine entsprechende E-Mail (senden an: info@fellwechsel.org) genügt, um das Projekt Fellwechsel in schwierigen Zeiten zu unterstützen. Auch Produktkäufe über den neuen Online Shop (https://Fellwechsel.Shop) helfen. Aufgrund der weltweiten Krise haben potenzielle Fellwechsel-Kunden den Kauf von Ware im 6-stelligen Euro-Bereich im ersten Halbjahr kurzfristig storniert.

Die Coronakrise hat zahlreiche Modeunternehmen und Designer getroffen, ebenso Handwerksbetriebe. Leider musste eine Gerberei bereits Insolvenz anmelden, die für Fellwechsel gearbeitet hat. Um die großen Menge von über 30.000 Fellen bearbeiten zu können, arbeitet Fellwechsel mit verschiedenen Partnern zusammen. Wie tiefgreifend die Verluste bei Designern, Händlern oder Kürschnern sind, ist derzeit nicht absehbar. Ebenso wenig, wie schnell Produktion und Nachfrage auf dem Weltmarkt wieder anlaufen. Die großen Auktionshäuser wie SagaFur oder KopenhagenFur mussten kürzlich auf Online-Auktionen umstellen. Die Verkaufsraten lagen teilweise unter fünf Prozent.

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